08.03.2026
Volt im Römer fordert Verstetigung des 2021 initiierten Pilotprojekts
„Die Periode nimmt keine Rücksicht auf Stundenpläne oder Lebenssituationen“, erklärt die frauenpolitische Sprecherin der Volt-Fraktion, Britta Wollkopf. „Gerade junge Menschen, die ihre Periode erstmals oder unregelmäßig bekommen, geraten häufiger in die Situation, dringend Hygieneprodukte zu benötigen. Dass daraus Scham oder Einschränkungen entstehen, darf in unseren Schulen nicht passieren.“
Mit der NR 124/21 hat die Stadtverordnetenversammlung den Magistrat beauftragt, einen Pilot zur Einführung von kostenlosen Menstruationsprodukten an Schulen und Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit umzusetzen, mit dem Ziel dies dauerhaft im ganzen Stadtgebiet gewährleisten zu können. Diese Pilotierung wurde an sechs Schulen im Schuljahr 2022/2023 umgesetzt. Der Abschlussbericht (B 427/25) ergab durchweg positive Erkenntnisse und Rückmeldungen. So waren mit dem Stadtschüler*innenrat die betroffene Gruppe beteiligt, es gab pädagogische Begleitung, der mengenmäßige Bedarf war geringer als gedacht, damit auch die Kosten und es gab keinen Vandalismus – Befürchtungen und Vorurteile wurden also nicht bestätigt. Sowohl Schüler*innen als auch Organistor*innen gaben durchweg positives Feedback. “Wie erwartet, erleben junge Menschen, die menstruieren, die Möglichkeit, sich bei Bedarf auch mit Produkten versorgen zu können, nicht nur als entlastend, es trägt auch zu einer Enttabuisierung und zur Bildung bei”, so Britta Wollkopf weiter.
Das Projekt sollte also ausgeweitet werden, was von Anfang an das Ziel war. Auch wurde vor einiger Zeit, vor circa zwei Jahren, im Bildungsausschuss schon bekannt gegeben, dass das Projekt grundsätzlich ein Erfolg war und eine Ausweitung geplant wird. “Leider ging es dann aber nicht weiter. Alle waren begeistert, aber nichts passierte. Mehrfach haben wir im Dezernat erfragt, wann mit der Ausweitung zu rechnen ist, auch mit unserer schriftlichen Anfrage aus dem Juli 2024. Wir hatten damit gerechnet, dass man bereits mit der Ausweitung des Projekts befasst wäre. Stattdessen haben wir erfahren, dass entgegen der letzten Ankündigung im Jahre 2025 immer noch keine entsprechenden Haushaltsmittel angemeldet wurden. Das erstaunt, denn bereits im Antrag aus dem Jahr 2021 wurde auf die Anmeldung ausreichender Haushaltsmittel hingewiesen.“
Auf erneute schriftliche Frage der Volt Fraktion im März 2026 wurde überraschend mitgeteilt, dass wieder keine Gelder eingestellt wurden, trotz anderslautenden Intention des Berichts, der im selben Monat verabschiedet wurde.
Fünf Jahre warten Schüler*innen darauf, Jahr für Jahr werden sie und wir als Antragsteller vertröstet. Zwei mal wurde bereits zugesagt, dass Gelder eingestellt werden, zweimal ist dies nicht erfolgt. Wir erwarten, dass das Bildungsdezernat im Rahmen des Dezernatsbudgets dringend eine Lösung findet, dies hätte bei so vergleichsweise geringen Beträgen auch schon früher passieren müssen. Die Zeit, die wir in den letzten Jahren verloren haben, muss nun aufgeholt werden, es geht darum Periodenarmut zu bekämpfen”, so Britta Wollkopf abschließend.