Verleihung des Freiheitspreises an das iranische Volk: Volt kritisiert Auswahl Reza Pahlavis

30.10.2026

Seit 2006 verleiht die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit alle zwei Jahre den Freiheitspreis in der Frankfurter Paulskirche. Dieses Jahr hat sich die Stiftung dazu entschieden, den Preis dem iranischen Volk zu widmen. Am 7. November 2026 soll Reza Pahlavi die Auszeichnung treuhänderisch entgegennehmen. Volt im Römer begrüßt die Würdigung des iranischen Volkes, das mutig für Freiheit, Menschenrechte, Demokratie und Selbstbestimmung kämpft. Die Entscheidung, Reza Pahlavi den Preis stellvertretend für das iranische Volk entgegennehmen zu lassen, lehnt die Fraktion jedoch ab. Sie schließt sich damit dem berechtigten Protest aus Teilen der iranischen Zivilgesellschaft an. Pahlavis politische Rolle ist innerhalb der iranischen Opposition umstritten. Als Sohn des letzten Schahs steht er für viele Menschen zugleich für die Erinnerung an eine autoritäre Herrschaft, unter der Oppositionelle verfolgt und gefoltert wurden. Zudem wird ihm vorgeworfen, sich nicht konsequent von eben dieser autoritären Herrschaft der Pahlavi-Dynastie und den Menschenrechtsverletzungen durch seinen Vater distanziert zu haben. Diese Geschichte und die Perspektiven der Betroffenen dürfen bei einer Auszeichnung für Freiheit und Menschenrechte nicht ausgeblendet werden.

Die Opposition im Iran ist vielfältig. Auch wenn die Stiftung ausdrücklich das iranische Volk auszeichnet, hebt die Übergabe an Pahlavi eine einzelne oppositionelle Strömung hervor und birgt somit die Gefahr, den Eindruck eines übergreifenden Führungsanspruchs zu vermitteln. Ein Preis für den Freiheitskampf einer vielfältigen Gesellschaft sollte dieser Vielfalt Rechnung tragen.

„Der Mut der Menschen im Iran, die tagtäglich ihr Leben für Freiheit und Selbstbestimmung gegen das Unrechtsregime der Islamischen Republik riskieren, verdient unseren allertiefsten Respekt und unsere uneingeschränkte Solidarität. Gerade deshalb halten wir die Entscheidung für falsch, Reza Pahlavi diesen Preis treuhänderisch zu übergeben, denn auch eine treuhänderische Übergabe ist ein politisches Signal. Die Friedrich-Naumann-Stiftung wertet damit eine umstrittene Oppositionsfigur auf und weist ihr eine stellvertretende Rolle für ein ganzes Volk zu. Dass dies ausgerechnet in der Frankfurter Paulskirche geschieht, gibt dieser Entscheidung besonderes Gewicht. Die Paulskirche steht für demokratische Teilhabe und die Selbstbestimmung der Menschen über ihre politische Zukunft“, so Tiara Mengel, Fraktionsvorsitzende von Volt im Römer.

Volt im Römer begrüßt die Auszeichnung des iranischen Volkes in der Paulskirche ausdrücklich und unterstützt die Vermietung für diesen Anlass. Die Kritik der Fraktion richtet sich gezielt gegen die Übergabe an Reza Pahlavi, für dessen Auswahl die Friedrich-Naumann-Stiftung die Verantwortung trägt. Volt fordert die Stiftung auf, die Einwände aus der iranischen Zivilgesellschaft ernst zu nehmen und von der treuhänderischen Übergabe an Pahlavi Abstand zu nehmen.

aktuelle Pressemitteilungen

Die Partei

Volt Frankfurt ist Teil von Volt Europa – der ersten paneuropäischen Partei. In Frankfurt, im Herzen Europas, kämpfen wir für eine fortschrittliche, nachhaltige und geeinte EU. Wir arbeiten nach dem Motto: Global denken, lokal handeln.

Fast eine Million Menschen leben und arbeiten in Frankfurt. Die Herausforderungen, mit denen wir konfrontiert sind, teilen wir mit über 100 Millionen Menschen in Metropolen in ganz Europa. Volt steht für das urbane Leben von morgen, mit fortschrittlichen und pragmatischen Lösungen.

Wir wollen Konzepte umsetzen, die sich in anderen europäischen Städten bereits bewährt haben. Ob Mietsenkungen wie in Wien, Radfahren wie in Kopenhagen oder digitale Behördendienste wie in Estland: Wir wollen Probleme lösen, statt sie nur auf den nächsten Wahlzyklus zu verschieben.

Nach oben scrollen
WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner