Nach Ausschreitungen in Frankfurt: Gewalt konsequent verfolgen, friedlichen Protest schützen, Prävention stärken

03.11.2026

Volt im Römer fordert differenzierte Aufarbeitung und eine politische Auseinandersetzung mit den Anliegen junger Menschen

Volt im Römer verurteilt die Ausschreitungen am Samstag, dem 31. Oktober, in der Frankfurter Innenstadt entschieden. Für Angriffe auf Polizeikräfte, Sachbeschädigung und Plünderungen gibt es keine Rechtfertigung. Unsere Solidarität gilt allen Menschen, die von der Gewalt und den Verwüstungen betroffen sind. Zugleich dürfen die überwiegend friedlichen Demonstrierenden  nicht für die Taten gewalttätiger Personen verantwortlich gemacht werden.

„Einzelne öffentliche Äußerungen aus Polizei und Politik verdienen eine kritische Einordnung. Wer Menschen angreift oder Geschäfte plündert, muss für diese Taten zur Verantwortung gezogen werden. Entscheidend ist jedoch das konkrete Verhalten, denn pauschale Zuschreibungen aufgrund einer tatsächlichen oder zugeschriebenen Herkunft helfen weder bei der Aufklärung noch bei der Verhinderung weiterer Gewalt. Wer die Debatte erneut auf Migration und das sogenannte Stadtbild verengt, wie es unter anderem der hessische Innenminister Roman Poseck in seinen öffentlichen Äußerungen getan hat, riskiert, ganze Bevölkerungsgruppen unter Generalverdacht zu stellen und trägt zu gesellschaftlicher Ausgrenzung bei”, so Tiara Mengel, sicherheitspolitische Sprecherin von Volt im Römer, und führt fort:  „Diskriminierung und soziale Ungleichheit müssen endlich entschlossen bekämpft und gesellschaftliche Teilhabe gestärkt werden.“

Tim Englert, Stadtverordneter von Volt im Römer, war am Samstag als Demonstrationsbeobachter vor Ort und konnte sich so ein eigenes Bild vom Geschehen machen. Dass die überwiegend friedliche Demonstration in Frankfurt und die Ausschreitungen differenziert  betrachtet werden müssen, findet er besonders wichtig. Er sagt dazu: „Die Mehrheit der Demonstrierenden war friedlich. Wer nachts an den Ausschreitungen teilgenommen hat, hatte kein Interesse an politischer Meinungsäußerung; die später Randalierenden haben überwiegend nicht am Demonstrationszug teilgenommen. Nun zukünftige Demonstrationen der Gen-Z-Bewegung pauschal in Frage zu stellen, sendet das falsche Signal. Notwendig sind eine differenzierte Bewertung konkreter Gefahren, der Schutz friedlich Demonstrierender und ein konsequentes Vorgehen gegen tatsächliche Gewalttäter. Ein Verbot ersetzt keine sachliche Auseinandersetzung mit den Ursachen der Eskalation.” 

Für Volt gehört zum differenzierten Umgang mit der Demonstration auch, die Anliegen junger Menschen ernst zu nehmen. „Wir brauchen eine handlungsfähige Polizei und eine konsequente Strafverfolgung. Politik muss aber auch Verantwortung für die Rahmenbedingungen übernehmen, die sie schafft. Wir müssen fragen, wie solche Enthemmung entsteht und wie wir ihr frühzeitig entgegenwirken können. Junge Menschen brauchen verlässliche Unterstützung und echte Zukunftschancen. Dafür müssen wir in Jugendsozialarbeit, Bildung und gesellschaftliche Teilhabe investieren. Wir wollen mit jungen Menschen darüber sprechen, welche ihrer Forderungen Frankfurt konkret aufgreifen kann und ihnen echte Möglichkeiten zur Mitsprache eröffnen. Bezahlbares Leben, gute Bildung und gesellschaftliche Teilhabe verdienen politische Antworten“, betont Mengel.

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